P S Y C O N S I L I U M

Erfolg entsteht in der geistig-seelischen Dimension

Zwischen Gelassenheit und Konflikt - Psychischer Zustand in der mentalen Selbstregulation 




















In unserem Gehirn, dem zentralen Nervensystem, arbeiten mehr als 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen), die zusammen-geschaltet ein Netzwerk bilden, das über mehr als 100 Billionen Synapsen (synaptische Verbindung zwischen den Neuronen) besteht. Sind die Nervenzellen bei der Informationsverarbeitung aktiv, was auf elektro-chemischem Wege zwischen den Neuronen geschieht, entstehen durch die Entladungen elektro-magnetische Felder. Diese Spannungsfelder erzeugen Frequenzen zwischen 1 und 40 Hz Schwingungen pro Sekunde. Die Summen der je nach Psychotonus aktiven Frequenzen werden Gehirnwellen genannt. Anfang des letzten Jahrhunderts entdeckte die Wissenschaft bei der Aufzeichnung der elektrischen Gehirnaktivitäten mittels Elektroenzaphalografie (EEG) vier unterschiedliche Gehirnwellenmuster. Sie werden Alpha-, Beta-, Theta- und Deltawellen genannt.  


Alltagswachbewusstsein – Normale Beta-Gehirnwellen

Es ist der Idealzustand, den wir uns wünschen und den wir anstreben, bei uns selbst und bei den Menschen, die unser soziales Umfeld bestimmen. In diesem Zustand fühlen wir uns wach, ausgeruht und gelassen. Das vegetative Nervensystem befindet sich in einem ausgeglichenen Zustand und wir verspüren ein angenehmes Kohärenzgefühl. Wir sind willentlich (volitional) handlungsfähigaufnahmebereit und in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen, ohne störende innere Widerstände und Blockaden. In diesem Bewusstseinzustand erzeugt das Beta-Gehirnwellenmuster Frequenzen zwischen 12 und 15 Hz.

Anstrengung und Volition – Gesteigerte Beta-Gehirnwellen

In diesem Zustand steht eine Handlungsabsicht im Vordergrund, die sich durch entsprechende rationale Gedanken und emotionale Verstärker gegen konkurrierende Gedanken und innere Widerstände durchsetzt. Die Anstrengung und die Willenshandlung (Volition), sind in der Betrachtung die sachlichen, vernunftbetonten Eigenschaften, die sich durch-setzen. Hier ist der aktive Wille der Antrieb, der durch Selbstbeherrschung und rationales Denken die Handlung in der Umsetzung verfolgt.

Auf dieser Ebene bildet sich jedoch auch die Impulsivität, die dann entsteht, wenn die vernunftbetonten Eigenschaften sich nicht durchsetzen und die „Unvernunft“ die Oberhand gewinnt. Impulsiv sind wir dann, wenn wir unüberlegt handeln, einer Versuchung nachgeben, uns zu etwas hinreißen lassen, oder wider besseres Wissen etwas tun, was der Logik und Vernunft widerspricht. Dieser Zustand zeigt sich im emotional-motorischen Ausdruck, durch Erregung und körperliche Anspannung. In diesem Bewusstseinzustand erzeugt das Beta-Gehirnwellenmuster Frequenzen zwischen 15 und 25 Hz. 

Akuter Konflikt - Verstärkte Beta-Gehirnwellen

Der psychische Zustand bei einem bewussten akuten Konflikt ist durch innere Widersprüche und Unstimmigkeiten gekenn-zeichnet. Verbunden ist der Zustand mit reaktivem Stress und emotionalen Turbulenzen. Kreisende Gedanken verstärken die Konfliktsituation und erzeugen ein Gefühl der Angst und Ausweglosigkeit. In dieser Situation ist der Weg für rationale Entscheidungen blockiert, denn die Fähigkeit den Konflikt zu lösen wird durch eine verzerrte Wahrnehmung,  den soge-nannten „Tunnelblick“,  eingeschränkt. In diesem Bewusst-seinzustand erzeugt das Beta-Gehirnwellenmuster Frequenzen zwischen 25 und 35 Hz.

Eskalierender akuter Konflikt – Starke Beta-Gehirnwellen

In diesem Zustand drehen sich die Gedanken immer schneller und der erlebte innere Konflikt eskaliert. Der akute Konflikt findet in der Ausweglosigkeit keine Lösung und bringt die Verzweiflung auf der emotionalen Ebene durch eine zunehmende Anspannung, Erregung, Wut und Aggression zum Ausdruck. Eine solche willkürliche oder unwillkürliche Eskalation kann sich bis zur Panik steigern, mit unkontrollierbaren Reaktionen und Konsequenzen. Der Betroffene „dreht durch“, und „rastet aus“, oder er fällt in eine Erstarrung, erleidet einen „Black-out“, oder eine Ohnmacht. Findet sich keine Lösung, kann eine Depression die Folge sein. In diesem Bewusstseinzustand erzeugt das Beta-Gehirnwellenmuster Frequenzen  von 35 Hz und darüber.


Entspannung, innere Ruhe - Alpha und Theta Wellen

Um die täglichen Herausforderungen zu bewältigen und die Entstehung akuter innerer Konflikte zu vermeiden, ist es notwendig Gelassenheit zu üben. Wenn wir gelassen sind, unterlassen wir es, eine Situation verzerrt und inadäquat wahrzunehmen. Diese Fähigkeit erlangen wir vor allem durch Meditation und andere mentale Entspannungsübungen, die ein Kohärenzgefühl entstehen lassen und die Stress Resilienz  in der Selbstregulation stärken.

Einsetzende mentale Entspannung – Alpha-Gehirnwellen

Bei der einsetzenden Entspannung sind noch die Alltagsgedanken, Erinnerungen, Bilder und Gefühle auf der Bewusstseinsebene wahrnehmbar, ohne dass dadurch die beginnende Versenkung behindert wird. Das Gehirn tritt in den Alpha-Modus, wenn es das Tor zur Meditation durchläuft. Mit zunehmender Entspannung verliert der Gedanken- und Bilderstrom im kognitiven Bewertungssystem seine Wertigkeit und schwächt sich  somit in der emotionalen Wahrnehmung ab.  Es ist wie beim Einschlafen, wenn die Gedanken immer schwächer werden und Bewusstsein und Unterbewusstsein langsam ineinander verschwimmen. Dieser entspannte Bewusstseinzustand erzeugt Alpha-Gehirnwellenmuster, dessen Frequenzen zwischen 12 und 7 Hz liegen.

Versunkenheit - Trance - Theta-Gehirnwellen

Dieser Zustand zeigt sich im Einssein mit sich und der Welt. Die innere Tiefe der Meditation wird spürbar und die Wahrnehmung gewinnt in der erhöhten Klarheit der inneren Ruhe und durch eine Erweiterung der Sinne an Schärfe. Das Flow-Erleben führt in die tiefe Versunkenheit oder erhöht die klare und achtsame Wahrnehmung. In diesem Trancezustand sind Probleme, Sorgen, Zweifel und Kummer nicht mehr im Bewusstsein präsent. Diese Gedanken und Gefühle sind in der Selbstvergessenheit versiegt und stören nicht mehr beim Eintauchen und Verschmelzen mit der inneren oder äußeren Welt. Dieser Bewusstseinzustand erzeugt ein Theta-Gehirnwellenmuster, dessen Frequenzen zwischen 7 und 4  Hz liegen.

Absolute innere Ruhe – niederfrequente Theta-Gehirnwellen

In der tiefen Meditation und selbsthypnotischen Trance gleitet der entspannte Geist in die absolute innere Leere, in der Ruhe, Zeitlosigkeit und Selbstvergessenheit in der tiefen Versunkenheit des Selbst verschmelzen. Im tiefen Theta-Bereich öffnet sich das Tor zum Unterbewusstsein. Hier beginnen Veränderungen und Auflösung von seelichen Blockaden und Konflikten sowie Selbstheilungsprozesse. In dieser Phase erfahren Körper, Geist und Seele Entlastung und Regeneration. In dieser tiefen Phase der Meditation sinken die Gehirnwellen auf Frequenzen von 4 bzw. 3 Hz.

Deltazustand - tiefer Schlaf. Im traumlosen Tiefschlaf befinden wir uns im Deltazustand, in dem die Frequenzen der Gehirnwellen auf unter 3Hz bis 0,5 Hz zurückgehen. In dieser tiefen Schlafphase können zwar Informationen wahrgenommen, aber nicht mehr verarbeitet werden. Im Deltazustand finden die lebenswichtigen Regenerationsprozesse des menschlichen Organismus statt.