Erfolg entsteht in der geistig-seelischen Dimension

Hintergrundinformation zum biologischen Ablauf von Stress

Die emotionale Seite einer Stressreaktion ist normalerweise geprägt von Ärger, Wut und Angst. Diese Gefühle beginnen mit Hinweisreizen, die von Stressoren ausgehen  und von den Sinnesorganen zum Thalamus im Gehirn geleitet werden. Der Thalamus ist der Pförtner des Gehirns, der alle eingehenden Informationen filtert, sie nach wichtig und unwichtig unterscheidet. Der Hinweisreiz wird an die Amygdala, die Alarm- und Abwehraktivierungszentrale,  (auch als Mandelkern bezeichnet) weiter-geleitet, die blitzschnell reagiert. Sie ist zuständig für die emotionale Einfärbung von Informationen.

Eine Stressreaktion vollzieht sich innerhalb komplexer, mit-einander verknüpfter Systeme aus neuronalen Botenstoffen (Neurotransmittern) und Hormonen.  Der Sympathikus, ein Teil des vegetativen (autonomen) Nervensystems, reagiert und es werden Noradrenalin und Adrenalin ausgeschüttet,  was den Blutdruck steigen lässt. Kreislauf und Muskeln sind für Angriffs- oder Fluchtreaktionen mobilisiert. Gleichzeitig wird über die Rückkoppelung die Hormonkaskade der  Stressachse Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinde aktiviert. Dieser hormonelle Reaktionsweg vom Gehirn über die Blutbahn zur Nebennierenrinde bewirkt die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol.  Dieses überlebenswichtige Hormon unterdrückt die Immunreaktionen, senkt die Schmerzempfindlichkeit, beschleunigt den Abbau von Proteinen und stellt dadurch dem Körper Energiereserven für die „Kampf-Flucht“-Reaktion zur Verfügung. 

Der Ablauf einer normalen Stressreaktion ist ein natürlicher Prozess unseres Überlebenssystems und mobilisiert den Organismus für Kampf und Flucht. Angst und Wut sind die damit verbundenen Emotionen. Diese Reaktionsprozesse können täglich viele Male ablaufen, oftmals sind sie jedoch so schwach, dass wir sie bewusst nicht wahrnehmen. 

Folgen von chronischem Stress

Bei chronischem Stress ist die hormonelle Stressachse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse) dauer-haft aktiviert, was zu einer überhöhten Cortisol-Produktion gegenüber dem Normalzustand führt.  Bei länger anhaltender Stressbelastung und folglich einem andauernden Cortisol-Überschuss, kann es zu gravierenden Schädigungen im zentralen Nervensystem kommen.

Eine dauerhaft erhöhte Ausschüttung von Cortisol wirkt neurotoxisch! Hiervon besonders betroffen ist der Hippocampus im limbischen System, der für die Gedächtniskontrolle und die räumliche Orientierung wichtig ist. Das zeigt sich z. Bsp. in der Beschleunigung der altersbedingten Verschlechterung von Merkfähigkeit und Konzentration. Jede chronische, neuronale Schädigung kann in einem dementiellen Syndrom münden!