P S Y C O N S I L I U M

Erfolg entsteht in der geistig-seelischen Dimension

  Psycho-Lyrik -Psychopathologie in Versen

  

Licht und Hoffnung

Die Uhr den Morgen hat gestreift,
noch ward vom Schlaf ich nicht berührt,
die Dämmerung durchs Fenster schleicht,
der Tag die Nacht zum Schlaf verführt.

Der junge Tag die Glocke treibt,
die Stunden ich hab kaum verspürt,
der Geist Probleme niederschreibt,
der Sinn der Nacht dabei verliert.

Beim Glockenschlag die Unruh steigt,
der Geist sich langsam selbst zermürbt,
am Ende keine Lösung bleibt,
die Qual den jungen Tag verdirbt.

Die Sonne still ihr Recht ergreift,
die Angst der Dunkelheit erstirbt,
der Fenstervorhang wird geteilt,
das Licht die Hoffnung neu verziert.

HJV 1991


 


 

 

 

 


Gedankengefängnis


Gedanken rasen dir im Kopf,
und ziehen Ihre Kreise,
öffne ein Fenster, armer Tropf,
und schick sie auf die Reise.

HJV 2015

 



Unruh und Hoffnung

Der Zeiger wird durch die Hoffnung getrieben,
die Zeit verfliegt, wenn die Hoffnung lebt,
die Unruh kann die Hoffnung nicht trüben,
denn nur durch die Hoffnung die Unruh bebt.

HJV 2005





Rand des Lebens

Sehnsucht nach Leben in Frieden und Glück,
dem menschlichen Dasein gebührt nur ein Stück,
aus dem großen Raume der Harmonie,
mit dem Ich und dem Leben als Symetrie.

Ich verliere das innere Gleichgewicht,
ertrinke im Strudel, in schäumender Gischt,
ein Tosen und Trommeln ertönt im Ohr,
dunkle Gedanken quellen empor.


Der Körper er leidet, die Seele sie brennt,
der Geist sich in finsteres Denken verrennt,
die Ängste zerstören die Harmonie,
die immer ein wenig Hoffnung verlieh.

Der Drache er speit, die Flamme sie lenkt,
den Geist sie in schiere Verzweiflung drängt,
der Hang zum Leben er wird zur Qual,
ich durchschreite ein tiefes und finsteres Tal.

Zerrissen das Leben, es weht mir davon,
der Rest überflutet von Frustration,
die Hoffnung erstickt in der Dunkelheit,
der Dämon bietet ein Totengeleit.

Doch ein Licht ist geblieben am Horizont,
es leuchtet nur schwach, doch fliegt nicht davon,
es steht für die Hoffnung, die nicht erstirbt,
für die Liebe zum Leben, die ich nicht verlier.

Von Liebe getrieben, die Hoffnung Arznei,
der Körper gefangen, die Gedanken sind frei,
sie formen die Träume, sie geben den Halt,
der Geist ersehnt Wärme, doch die Hülle ist kalt.

HJV 1987





Wenn die Seele erlischt

Tieftraurig im Gedankenkreisen,
verblasst das Farbenspiel der Seele,
zerstörend sind die Wirkungsweisen,
durch destruktive Selbstbefehle.

Ängste, Unruh und Verzweiflung,
der Schlaf zerbricht im dunklen Denken,
der Schmerz verengt die freie Atmung,
zu schwach der Wille umzulenken.

Das Leben negativ verzerrt,
im Blick durch einen grauen Schleier,
der Weg zum Licht erscheint versperrt,
kein Leuchten macht das Denken freier.

Im Grau der Psyche tief versunken,
blockiert, erstarrt und antriebslos,
im Vakuum kein Geistesfunken,
der Blick versteinert, ausdruckslos.

Gefangen in der inneren Lähmung,
legt sich ein Mantel wie aus Blei,
und erstickt im Depressivum,
den letzten tiefen Seelenschrei.

Erloschen scheint das Seelenleben,
Gefühle nicht mehr wahrnehmbar,
von tiefer Einsamkeit umgeben,
versinkt das Ich, unansprechbar.

Es macht sich eine Sehnsucht breit,
nach tiefer Ruhe und nach Frieden,
das Ich sucht in der Bitterkeit,
was es zuvor noch hat vermieden.

Als Lösung tritt der Tod ins Denken,
darin erwächst Erleichterung,
der Impuls beginnt zu lenken,
der Geist verfällt der Umdeutung.

In dieser hochbrisanten Stimmung,
ist Zwang zur Therapie gefragt,
es wirkt nur die Akutverordnung,
da Psychotherapie versagt.

Erst wenn das Ich wird ansprechbar,
die Seele füllt das Vakuum,
sie nimmt das Leben wieder wahr,
bereit für ein Consilium.

HJV 2014




 

 

 

 

 

 

 

 



Die dunkle Qual

Wie ein dunkler, leiser Schatten,
zieh´n urplötzlich Ängste auf,
Glücksgefühle schnell ermatten,
im phasenhaften Lebenslauf.

Im Schuldgefühl der Selbstwert schwindet,
im Wahn des destruktiven Denkens,
der Geist gequält im Schmerz sich windet,
kein Impuls noch umzulenken.

In der Dunkelheit der Depression,
verliert die Seele ihr Gesicht,
erloschen in der Implosion,
ist die Lebenszuversicht.

HJV 2017